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In der Alten Kirche zur Zeit der Spätantike gab es zunächst keine solche Form, da der Aspekt der vollkommenen Sündenvergebung mit der Taufe im Zentrum stand, was im Laufe der Zeit zu einem sog. "Taufaufschub" geführt hat. Als bekanntestes Beispiel gilt hierfür Kaiser Konstantin der Große, der sich der Überlieferung nach erst auf dem Sterbebett taufen lassen hat, obwohl er der staatlichen Christenverfolgung ein Ende bereitet hat.

Im Zuge dieser Entwicklung reifte die Erkenntnis, auf biblischer Grundlage eine Form der "Rekonziliation" zu ermöglichen. Von der Form her haben Christen ein allgemeines Sündenbekenntnis abgelegt und sind in den Stand des "Kirchenbüßerns" eingetreten, die nach einer Zeit der Buße in der Osternacht zusammen mit den Neugetauften wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen wurde, woraus die spätere Österliche Bußzeit / Fastenzeit entstanden ist.

Die heutige Form der "Ohrenbeichte" hat sich im Frühmittelalter durch die Mission der iroschottischen Mönchsbewegung über Zentraleuropa für die gesamte Kirche etabliert.

ANTWORT VON LUDWIG - LINGUALPFEIFE
Das geht grundsätzlich immer. Wenn es festgeschriebene Termine gibt, hat das also organisatorische, aber keine theologischen Gründe.

ANTWORT VON LUDWIG - LINGUALPFEIFE
Du kannst deine Sünden auch im Gebet vor Gott bringen.
Unser Vater im Himmel ist barmherzig und wird ein reuevolles Gebet auch erhören. Gott hat seine Vergebung nicht exklusiv an die Sakramente gebunden. Aber an die Vergebung der Sünden musst du glauben. Solch ein Glaube aber ist schwer. Hier kommt die Beichte ins Spiel. Sie soll den Glauben erleichtern.

Da ist die psychologische Seite. Es hilft, einem anderen Menschen alles zu erzählen und gemeinsam mit ihm zu besprechen, wie man die Sünden abstellen kann. Da ist aber vor allem auch die sakramentale Seite. Wenn sich der Priester mir zuwendet, dann auch Jesus. Wenn mich der Priester tröstet oder ermahnt oder bestärkt. Dann tröstet, ermahnt und bestärkt mich auch Jesus. Deswegen ist die Beichte die wertvollste, aber auch anspruchsvollste Aufgabe eines Priesters. In der Lossprechung spricht dann Jesus selbst dir die Vergebung zu.

Wenn du beichten gehst, dann will Jesus selbst dir begegnen. Es ist diese Begegnung mit deinem Heiland Jesus, die die Beichte wertvoller macht als ein reuevolles Gebet. Du musst an die Vergebung der Sünden immer noch glauben. Vor allem die Vergebung, die Jesus durch die Stimme des Priesters zuspricht, soll den Glauben an die Vergebung der Sünden erleichtern.

Im Laufe der Geschichte ist ein kirchliches Regelwerk entstanden, um für möglichst jede Sünde eine Art Gegenwert der Bußleistung in Form eines Registers zu erfassen. Positiv ist daran, dass ein solches Register vor Subjektivität und Willkür bewahrt und auch für den Priester eine Hilfestellung darstellt. Da diese an sich hilfreiche Form zunehmend zu einer Art "Buße nach Tarif" verkümmert ist und zunehmend die Handlungsnorm nicht mehr transparent auf den dahinterliegenden Wert verweisen konnte, hat man sich kirchlich von dieser Praxis zunehmend distanziert, sodass sie zugunsten anderer Formen der Buße kaum noch in Übung ist.

Statt einer konkreten Anzahl zu verrichtender Gebete sind beispielsweise konkrete Handlungsaufträge, das Reflektieren bestimmter Bibelstellen oder anderes verbreitet.

ANTWORT VON LUDWIG - LINGUALPFEIFE
Verfehlung und Verstrickung ist menschlicher Alltag, der zu allen Zeiten an allen Orten geschieht. Mit konkreter Schuld umzugehen, ist daher eine zentrale Herausforderung jedes Menschen. Das Beichten ist daher zu aller Zeit als fester Bestandteil der Seelsorge richtig, wichtig und notwendig.
1. JA, immer. Aber nicht (automatisch) überall, da die Erlaubnis des Beichte hörens für einen Priester meist an das Gebiet des eigenen Bistums gebunden ist.
2. JA, wenn man mutwillig schwere Sünden verschweigt
(Beispiel: Du beichtest einen Diebstahl, verschweigst aber einen Mord)
3 und 4. In Todesgefahr und wenn kein Geistlicher der eigenen Konfession zu erreichen ist.

ANTWORT VON LUDWIG - LINGUALPFEIFE
Videoantwort:

Praktisch geantwortet: Wenn du jemandem 10 € stiehlst, ist das Stehlen selbst die Sünde. Die fehlenden 10 € ganz praktisch der Geldbetrag, den du der Person SCHULDest.

Heißt: Die Tat ist die Sünde, die Schuld ist die Konsequenz.
Die Sünde wird gebeichtet, die Schuld wird wieder gut gemacht.
Daher reicht die Beichte selbst noch nicht. Im oben genannten Fall wäre als Bußleistung zum Beispiel das Mindeste, die Schuld zu begleichen und das Geld zurückzugeben. Für Fälle, wo das nicht mehr geht, verweise ich auf Frage #27

ANTWORT VON LUDWIG - LINGUALPFEIFE
Es ist schade, dass du vom Bußsakrament Abstand genommen hast. Der Rückfall in die sündhaften Verhaltensmuster, denn du beschreibst und die damit verbundene Enttäuschung, sind menschlich. Uns allen geht es so. Wir alle machen diese Erfahrung. So ging es sogar dem heiligen Paulus. Im Römerbrief schreibt er(Röm 7, 18-19): Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht. Denn das Gute, dass ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

Verhaltensmuster ändert man nicht von heut auf morgen. Das kostet viel Kraft. Und manches ist sehr tief im Charakter verankert, kann deswegen auch kaum geändert werden. Paulus spricht davon, dass die Sünde in uns wohnt. Sie zu bekämpfen ist eben nicht einfach.
Hier muss so allgemein formuliert werden. Denn das sind Dinge, die in die Beichte, ins Gespräch zwischen dir und deinem Beichtvater gehören. Rede mit deinem Beichtvater über deine Erfahrungen. Über die Sünden, die du nicht abstellen kannst und welchen Rat er dir geben kann. Er kann das dann auf dich zuschneiden. Wenn dein bisheriger Beichtvater das nicht kann, musst du dafür vielleicht auch erst einen guten Beichtvater suchen. Du solltest mit ihm auch besprechen, wann du auf den Eucharistieempfang verzichten solltest. Sie ist immer auch Arznei. Gerade die Kranken, die Sünder brauchen sie.

Was deine Bedenken Gott gegenüber angeht: Da würde ich mir keine Gedanken machen. Gott weiß,was in deinem Leben los ist. Er will dir helfen. Er will, dass du mit deinen Sünden zu ihm kommst, gerade auch wenn es immer die gleichen sind. Im Gebet oder bei der Beichte wirst du ihn nie langweilen oder nerven.

ANTWORT VON USER605
.

Natürlich darfst du das! Und du bist damit auch nicht allein, denn solche Notizen sind zunehmend verbreitet. Du kannst ja zu Beginn einfach kurz den Beichtvater über deine Notizen informieren, um mögliche Irritationen direkt zu vermeiden.

Aber was vielleicht ein noch schöneres Zeichen ist: Wenn du gebeichtet und die Absolution empfangen hast, gehe am besten an einen geeigneten Ort und verbrenne den Zettel. Denn Gott hat dir deine Sünden vergeben!

Antwort von LUDWIG - LINGUALPFEIFE

Du kannst freilich auch Fragen zur FSSPX stellen, allerdings handelt es sich dabei um einen Sonderfall, der wohl kaum die breite Mehrheit der Interessierten betreffen dürfte. Insofern kann es sein, dass diese Fragen nicht priorisiert beantwortet werden. Alternativ kannst du auch einen Fragenkatalog an beichte@lingualpfeife.de schicken, der dann individuell und abseits der Öffentlichkeit betrachtet werden kann.

ANTWORT VON LUDWDIG - LINGUALPFEIFE
Gestatte mir, lieber User, statt einer Antwort eine Gegenfrage zu stellen: "Nirgendwo wird mehr gelogen als in der Beichte", zitierst du.

Nachdem die Rahmendaten darauf schließen lassen, dass du auch Urheber der Fragen 142, 143, 144, 145 bist, würde mich interessieren, wie man sich das biologisch (oder psychologisch?) vorzustellen hat, dass du 4x weiblich und 1x männlich, sowie gleichzeitig je 1x 23, 31 und 36, sowie 2x 33 Jahre alt sein willst?

Wir mussten die IP-Adressen-Erhebung genau aus diesem Verdacht einführen, weil immer deutlicher wurde, dass wenige Personen viele Fragen unter verschiedensten soziodemographischen Angaben stellen.

Und das Problem daran: Damit sind aus wissenschaftlicher Perspektive all diese Fragen schlicht unbrauchbar, weil sie nicht mehr seriös auszuwerten sind.

Und ich gestehe: Die Motivation, meine Truppe für das Beantworten von Fragen zu begeistern, die offenkundig unter bewusster Angabe von falschen Daten getätigt werden, hält sich eher in Grenzen.

Daher möchte ich dich gerne einladen, unter beichte@lingualpfeife.de mit mir persönlich Kontakt aufzunehmen, um die Sache zu klären. Auch einfach deshalb, weil ich gerne das Motiv für diese gezielte Verschleierung verstehen würde, was mir dann wiederum für die wissenschaftliche Auswertung helfen könnte.
Solltest du echtes Interesse an einem guten Seelsorger in deiner Nähe haben, können wir im Rahmen des #BeichtsTool ebenfalls gerne vermitteln.

Ludwig - Lingualpfeife



Unbeantwortet

Gibt es eine Art "Arbeitshilfe" die es mir erleichtert, mit dem Beichtvater eine gute Einstiegs Kommunikation zu schaffen ?(4)

Muss man als (angehender) Organist beichten gehen? (9)

Hallo, mich würde es sehr interessieren, was genau ich überhaupt beichten soll - die Frage beantworten Beichtspiegel ja auch nicht wirklich... Wie bereite ich mich angemessen auf die Beichte vor? Wie detailliert/genau sollte das alles sein, um als ,,aufrichtige" Beichte zu gelten, was ich natürlich bezwecke? Und was soll ich tun, wenn ich mir vorher genau überlege, was ich beichten möchte, aber Angst habe, etwas zu vergessen? Zettel schreiben kommt mir komisch vor... ;-) Bestimmt wäre auch ein beispielhafte Ablauf eines (guten^^) Beichtgesprächs hilfreich, also was auf jeden Fall gesagt/gefragt wird beziehungsweise werden kann. (11)

Ab welchem Punkt ist es deiner Meinung nach legitim, wenn der Beichtabnehmer seine Schweigepflicht bricht. (Wenn beispielsweise jemand beichtet einen Mord begangen zu haben)(12)

Ich verstehe das ewige Leben als ein Leben wie hier, nur ohne Befristung. Wenn man im ewigen Leben folglich also sündigen kann muss es dort doch auch eine Möglichkeit zum Sündenerlass geben. Ist es dann möglich, dass man erst im ewigen Leben seine Sünden aus dem Diesseits erlassen bekommt, oder ist eine Vergabe ohne Fegefeuer nach dem Tod nicht möglich?(34)

Ich persönlich sehe keinen Sinn in der Ohrenbeichte (als Kind war es immer das gleiche das sechste Gebot war das Lieblingsthema und wurde aufs genaueste hinterfragt es war peinlich ) Zu der Frage : welchen Sinn ergibt es wenn der Priester alles genau wissen will ? Ich persönlich gehe dann lieber zu einer Bussandacht!(36)

Muss der Papst eigentlich auch beichten? (37)

Wie geht ein Priester mit Beichten von Gläubigen um, deren Inhalte ihn selbst belasten?(38)

Kann ein Diakon auch die Beichte abnehmen oder muss das ein Priester sein? Kann man in Notfällen auch bei anderen Christen beichten? (39)

Woraus hat sich die Beichte entwickelt?(40)

Ist die Beichte in anderen Ländern (zB Ost- und Südeuropa, Afrika, Südamerika, etc.)noch weiter verbreitet als in Deutschland bzw. gehen dort mehr Gläubige regelmäßig zur Beichte?(41)

In der protestantischen Rechtfertigungslehre wird erklärt, dass man allein aus dem Glauben gerecht vor Gott ist: D.h., dass man zu Jesus im Gebet mit meinen Sünden und Zweifeln ohne irgendetwas zwischen Mensch und Gott kommen muss. Warum brauche ich dann die Beichte ?(42)

Gilt es auch als Beichte wenn man mit einem Pfarrer über Sünden spricht und Reue zeigt, aber keine Absolution erteilt bekommt? (43)

Wie genau sollte man eigentlich beichten? Reicht es, zu sagen, dass man x-mal gegen ein bestimmtes Gebot verstoßen hat, oder ist es besser, auch die Situation zu benennen, in der das passiert ist?(45)

Was macht ein Pfarrer/Priester etc., wenn er Gründe hat zu beichten.(46)

Darf ein Pfarrer, bei seelischer Belastung durch eine Beichte, psychologische Hilfe beanspruchen und evtl. das Beichtgeheimnis brechen?(47)

Worauf gründet eigentlich die damalige Überzeugung, dass man gegen Zahlung eines Betrages? die Absulution erhält, ist das nicht eher eine menschliche Einrichtung?(48)

Wie sieht es mit Dingen aus die man selbst nicht als Sünde sieht aber "die" Kirche (s. Bspl.) [und dieses auch demjenigen bekannt ist das "die" Kirche es so sieht] ? z.B. Wenn Schwule Sex haben dieses aber nicht als Sünde sehen sondern als natürliches Ausleben ihrer sexuellen Orientierung.(49)

Basierend auf Frage #49: Ist der Katechismus / KKK , in dem die Vorstellungen (und so auch was Sünde ist und was nicht) der römisch katholischen Kirche stehen, für alle Katholiken*innen verpflichtend oder ist dieser nur eine grobe Empfehlung? Ich persönlich habe von kath. Priestern schon beide Varianten / Ansichten gehört.(50)

Warum sollte ich meine Sünden ausprechen zu einem Priester anstatt zu Gott?(52)

Warum gibt es kaum noch Beichtgelegenheiten? (53)

Warum wird die Beichte im ordentlichen römischen Ritus so abgespeckt im Vgl zum außerordentlichen Ritus: man sitzt oft statt zu knien, man bekommt keine Buße, die Priestergebete sind kürzer, ...?(54)

Warum hören Priester inzwischen nur noch ungern Beichten? Und warum schicken sie die Leute eher zum Psychologen (und christliche Psychologen hingegen schicken Leute zur Beichte)? Und warum wollen viele Priester das Beichtgespräch in ihr Wohnzimmer verlegen, wodurch dann auch die Atmosphäre herabgezogen wird (Entsakralisierung usw)?(55)

Wie genau sollte man über sein Leben reflektieren und es dem Priester sagen? Warum wollen viele Priester die Leute nur schnell abfertigen statt dass ihnen eine gute Beichte wichtig ist? Sollte man auch Dinge, die in der Kindheit liegen, nachträglich in der Beichte erwähnen? Macht es Sinn, Dínge zu beichten, wo man eher drunter leidet und es doch nicht in der eigenen Macht steht, was dran zu ändern: so Dinge wie Hoffnungslosigkeit, Hadern mit dem Leben, Groll auf die Eltern, ...?(56)

Warum ist in jeder Kirche der Beichtstuhl so anders: mal wird man von Licht angestrahlt und vom Priester gut gesehen, kann aber selber den Priester nicht sehen; mal ist es wirklich anonym, der Priester sieht einen weder vorher, noch währenddessen, noch nachher; mal lässt sich das Gitter öffnen und man sieht sich gegenseitig an? (57)

Wer entscheidet, ob etwas eine schwere Sünde ist: objektiv die Kirche/ der Priester oder der Sünder selber?(58)

Warum gibt es nur so wenige gute, kompetente und engagierte Beichtväter, so dass es hier sogar im Internet erst mal Empfehlungen geben muss? Gibt es heute noch so Priester wie der Pfarrer von Ars oder Pater Pio, die in die Herzen der Beichtenden schauen können oder sich stundenlang Zeit nehmen?(59)

Warum nehmen Priester heute die Sünde kaum noch ernst? Und im Gegensatz dazu empfehlen einem Priester der Piusbruderschaft ziemlich schnell, lieber nicht zur Kommunion zu gehen?(60)

Soll man bei jedem Schuldgefühl schon zur Beichte gehen oder grundsätzlich eher in einem festen Rhythmus wie zB alle 3 bis 4 Wochen ohne Rücksicht auf subjektive Gefühle?(61)

Warum passt die Schwere der Buße nicht zu der Größe der bekannten Sünde? Zum Beispiel leidet man sehr unter bestimmten wiederkehrenden Situationen, wo man schlechte Gedanken entwickelt, aber der Priester sagt nur, man sollte 3 Ave Marias beten? Warum gibt es nichts Gleichwertiges und persönlich Passendes, statt für jeden nur dasselbe von der Stange?(62)

Warum gibt es nur vor den Hl. Messen im außerordentlichen Ritus täglich eine Beichtgelegenheit, die zumal auch noch rege in Anspruch genommen wird? Und bei den Hl. Messen im ordentlichen Ritus kann man lange suchen, bis mal ein Priester bereit zum Beichtehören ist?(63)

Warum versuchen die Pius-Priester, das Schuldbewusstsein der Menschen zu stärken? Und die Normalo-Priester versuchen, den Leuten das Schuldbewusstsein auszureden?(64)

Warum sind so wenige Priester daran interessiert, einem bei einer guten Beichte zu helfen? Warum wollen sie nur, dass man nach Beichtspiegel beichtet statt tiefer nach den Ursachen zu sehen? Ist ihnen die Zeit zu schade dafür?(65)

Ist es wirklich so wichtig, der Formpflicht zu genügen? Zum Beispiel, dass man nicht am Telefon beichten darf, wenn der Beichtvater ziemlich weit weg wohnt? Ist die innere Haltung nicht wichtiger als das formale "Ego te absolvo"?(66)

Manchmal denke ich, dass ich vielleicht nicht alle Sünden gesagt habe. Und auch anderen Menschen noch lange nicht vergeben habe. Und über gegenseitige Schuld mit Mit-Christen noch nicht persönlich gesprochen habe. Aber ich gehe immer zur Kommunion. Muss ich Angst haben, dass Gott mir deswegen böse ist? Oder kann man das später noch irgendwie in Ordnung bringen?(67)

Mir wurde empfohlen, wenn man keine sündhaften Taten vorzuweisen hat, dass man sich dann Gedanken über innere Haltungen machen und diese nennen soll. Gleichzeitig wurde verurteilt, wenn man das als Sünde beichtet, worunter man einerseits leidet, andererseits aber auch gar nichts dran ändern kann. Nun beichte ich seit Jahren immer wieder ähnliche innere Haltungen, habe aber nicht das Gefühl, wirklich was ändern zu können. Trotzdem liegt mir an einer regelmäßigen Beichte. Was mache ich falsch?(69)

Oft vergesse ich, vor der Beichte zu beten: um Hilfe des Hl. Geistes, für den Priester etc. Genügt es, nur für sich selber nachzudenken, oder sind die Gebete unerlässlich für eine gute Beichtvorbereitung?(70)

Früher galt ja Selbstbefriedigung als schwere Sünde. Heute wird es meist lockerer gesehen. Sieht Gott das heute auch anders? Und wenn man dies nicht regelmäßig beichtet, waren dann all die zwischenzeitlichen Beichten ungültig?(71)

Im Internet sieht man Werbevideos für die Beichte. Die Leute werden dort immer sehr glücklich dargestellt, wenn sie aus dem Beichtstuhl rauskommen. In der Realität erlebe ich das nicht so. Meist bin ich nur vom Priester enttäuscht und fühle mich schlechter als vorher. Was läuft da falsch?(72)

In der Predigt macht der Priester den Leuten meist starke Schuldgefühle - vielleicht, damit die Schlange vor dem Beichtstuhl schön lang wird. Kaum tritt man dann in den Beichtstuhl, ist der Priester aber völlig anders. Er spielt dann die Dinge, die man bekannt hat, sehr herunter und nimmt sie gar nicht ernst. Ist das gewollt, dass der Priester einem vor- und nachher nur schlechte Gefühle macht und dass man diese Gefühle nirgends mehr losbekommt?(73)

Bei uns ist vor der Messe oft eine Schlange vor dem Beichtstuhl, so dass viele gar nicht mehr drankommen und erst nach der Messe beichten können. Soll man in dem Fall in dieser Messe nicht zur Kommunion gehen? Oder nur, wenn es sich um schwere Sünde handelt? Aber wer entscheidet, ob die Sünde schwer war? Oder soll man nach der Messe den Priester noch um eine Einzel-Kommunionspendung bitten? Oder soll man gleich bis zum nächsten Mal warten?(74)

Der Priester gibt bei uns meistens immer wieder dieselben Bußen: Gegrüßet ... Vater unser ... Glaubensbekenntnis und ähnliches. Soll man diese Bußen dann nur schnell runtersagen? Oder eine wie ausführliche Beschäftigung damit wäre angemessen?(75)

Dürfen Priester ein ausführliches Beichtgespräch verweigern und ausschließlich zu 08/15-Beichten bereit sein? Ist deren Angst begründet, man würde sich mittels eines Gesprächs wieder aus der Sünde herausreden?(76)

Warum wurde früher, und wird auch heute noch in einigen Ländern, kontrolliert, wann/ wie oft und bei wem man beichtet? Und bei uns in Deutschland interessiert es keinen mehr, wann und bei wem man zum Beichten geht?(77)

Ist die Regel, dass man einmal im Jahr beichten soll, nur bei Todsünden gültig, oder ist das generell geboten?(78)

Soll man Menschen, denen es nach der Beichte seelisch regelmäßig schlecht geht, weiterhin empfehlen, regelmäßig zu beichten?(79)

Ich würde gerne beichten, aber ich habe Angst. Meine letzte Beichte war nämlich eine ganz schlimme Erfahrung. Was soll ich tun?(83)

Beichte als Vorbereitung für die Firmung. Ich fand es total doof, das unser Pfarrer auf einmal ans Handy ging. Darf der das?(84)

Wo kann man hier die Antworten hin schreiben? Zum Beispiel zu #1: "Warum sollte ich überhaupt beichten gehen?" Die Ohrenbeichte gibt es ja nur bei Katholiken, Orthodoxen und einigen Evangelischen. Sünde kann man persönlich im Gebet vor Gott aussprechen. Man kann aber auch mit einem Christen seines Vertrauens darüber sprechen bzw mit derjenigen Person, an der man schuldig wurde. Der Sinn, dass man zusätzlich vor einem Priester seine Schuld ausspricht, ist der, dass meine Sünde ja auch der Kirche als Ganzes geschadet hat. Jeder Außenstehende, der einen Christen schlecht handeln sieht, bekommt dadurch ein schlechtes Bild vom Christentum und der Kirche. Daher schadet das schlechte Handeln eines Einzelnen auch dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit der ganzen Gemeinschaft. Und der zweite Grund, warum ich einem Priester meine Schuld sage, ist, dass das Ganze dann verbindlicher wird und auch noch mal von einer zweiten Person beurteilt werden kann. Jeder schätzt seine eigenen Fehler ja verschieden ein. Die einen sind skrupulanter, die anderen eher nachlässig. Da hilft es, wenn jemand, der als Außenstehender auf meine Taten sieht, noch mal einen anderen Blickwinkel hat. Und wenn er dazu noch kompetent genug ist, kann er mir Empfehlungen geben, wie ich mich bessern kann. Und als dritten Punkt: Die Lossprechung. Die Lossprechung ist in der katholischen Kirche nicht nur ein Trost, ein Zuspruch, sondern ein Fakt. Das Bereute und Ausgesprochene ist dann tatsächlich ausgelöscht als Sünde. Natürlich muss man anschließend noch die irdischen Folgen tragen und auch so viel wie möglich wieder gut machen. Aber vor Gott ist die Situation wieder in Ordnung gebracht, weil Ihm daran liegt, dass ich das Schlechte einsehe und mich wieder um das Gute bemühe. (85)

Was ist eine Lebensbeichte?(86)

Wird das Beichten eigentlich ernst genommen: vom Priester und von den Beichtenden? oder gehen beide Seiten in der Regel davon aus, dass es nur eine fromme Pflichtübung ist?(87)

Wie wichtig sind die Gefühle bei der Beichte? Also zum einen: Soll man "schlechte Gefühle gegenüber anderen Menschen" als Sünde beichten? Und soll man sich während der Beichte ganz schlecht fühlen und sich beim Bereuen richtig selber hassen und innerlich fertig machen?(88)

Muss man die Formeln, die beim Beichtablauf abgedruckt sind, verwenden, oder kann man einfach so sprechen, wie man es selber stimmig findet?(89)

Soll man warten, bis man mal wieder etwas Beichtenswertes getan hat, oder sich generell einen bestimmten Beichtrhythmus geben? Und andersrum: Soll man bei einem Schuldgefühl erst warten bis zum nächsten Beichttermin, den man sich gesetzt hat, oder es sofort in Ordnung bringen?(90)

Ist es ehrlich, wenn man sich einen unbekannten Beichtvater sucht statt den eigenen Pfarrer zu nehmen, der einen auch aus dem Alltag kennt? (91)

Darf man den Priester während der Beichte fragen oder nicht? Kann der Priester verlangen, dass man beichtet ohne Beichtgespräch? Ist es sinnvoll, ganz ohne Gespräch zu beichten? Ich kann es zumindest nicht trennen, weil ich mir bei vielen Punkten unsicher bin. Und andersrum: Wenn man ein Beichtgespräch führt ohne Absolution, zum Beispiel am Telefon, ist es dann "weniger wert" als wenn man offiziell das Sakrament bekommen hat?(92)

Darf der Priester Infos, die er in der Beichte über mich bekommen hat (oder die er im Zusammenhang mit einer Terminvereinbarung für eine Beichte (zB Namen) bekommen hat) an Dritte weitergeben, wenn es sich nicht um Sünden handelt, sondern um Daten oder Lebensgewohnheiten?(93)

Welches ist der zentrale Sinn der Beichte: Dass vor Gott etwas vergeben ist? Dass der Beichtende wieder gute Gefühle hat? Dass der Beichtende sich bessert, bessern kann? Dass man die Demütigung immer wieder spürt und zur Demut geführt wird?(94)

Werde ich vom Priester als Skrupulant abgestempelt, wenn ich mich um eine regelmäßige Beichte bemühe?(95)

In einem katholischen Kloster fand ich Hefte, wo für die Frühbeichte geworben wird. Da sollen Kinder schon ab 4 Jahren von den Eltern zur Beichte geschickt werden. Und die Eltern sollen den Kindern vorher ihre Unarten sagen, damit die Beichte dann als Erziehungsmittel dient. Ist das Sinn der Beichte oder eher eine missbräuchliche Verwendung?(96)

Wieviel soll man an Unterlassungssünden beichten, und an Mitschuld an struktureller/ gesellschaftlicher Sünde? Ist nur das eine Sünde, wo man einen konkreten Ruf Gottes spürt, oder die allgemeinen Verhältnisse, in die man reingeboren ist (Umweltverschmutzung, Ausbeutung der 3. Welt) auch?(97)

Was darf man vom Priester in der Beichte erwarten an Rat und Hilfe? Versteht er sich nur als eine Art Vergebungsautomat oder ist es seine Aufgabe, dem Beichtenden tatsächlich zu helfen: bei der Schulderkenntnis, bei der Besserung, ...?(98)

Nur mal interessehalber: Man liest öfter, dass Nichtkatholiken unbedingt zur Beichte gehen wollen. Kann man zum Beispiel auf gutefrage.net unter dem Stichwort "Bußsakrament" sehen. Was für Erwartungen haben Nicht-Katholiken davon, wenn sie das ganze Drumherum aber gar nicht glauben?(99)

Wie kann man die Gewissensbildung ausreichend durchführen? Gibt es da empfehlenswerte Bücher (außer Beichtspiegel), wo man wirklich mehr Durchblick bekommt?(100)

Was ist die Beichte überhaupt?(101)

Ich habe so viele schlimme Erfahrungen mit dem Beichten gemacht, an ganz verschiedenen Orten. Daher frage ich mich, inwieweit ein Priester eigentlich im Rahmen seines Theologiestudiums mit dem notwendigen psychologischen Handwerkszeug ausgerüstet wird und inwiefern die Priesteramtskandidaten vor der Weihe auf ihre psychische und pädagogische Eignung für das Beichtehören geprüft werden.(102)

Soll man möglichst ausführlich und oft beichten oder den Priester verschonen und nur möglichst selten und knapp beichten?(104)

Soll man den Beichtvater bewusst auswählen oder darf einen die menschliche Seite bei einem Sakrament nicht interessieren?(105)

Für wen beichtet man primär: für Gott, für den Priester, für das eigene gute Gefühl oder um den Mit-Gläubigen ein gutes Vorbild zu geben?(106)

Ist es legitim, dass die Priester individuell jeweils mehr oder weniger flexibel sind was Zeit und Ort einer Beichte betrifft?(107)

Soll man seine Beichte wörtlich mit "du" an Jesus richten oder an den Priester (und dann entsprechend Gott nur als "Er" erwähnen)?(108)

Soll man bei der Buße nur die vorgegebenen Gebetchen sprechen oder wird erwartet, dass man zusätzlich noch was Eigenes macht?(109)

Bei der Beichte sind ja verschiedene Formen üblich: knien oder sitzen. Bei der Kommunion hat ja der Kommunikant das Recht, die Form zu wählen. Hat dann bei der Beichte auch der Büßer das Recht, die Form zu wählen? Und ist es unhöflich, wenn man gewohntermaßen knien will, aber der Priester fordert einen zum Sitzen auf?(110)

Wenn man Beichte und Seelsorgegespräch vergleicht: ist dann die Beichte dichter, tiefer, essentieller als Seelsorge oder flacher, unwichtiger, bloß ritualisiert?(111)

Ist es richtig, während der Messe eine Beichtgelegenheit anzubieten oder sollte man von der Messe nichts versäumen und lieber vorher oder anschließend oder ganz wann anders beichten?(112)

Was soll man machen, wenn man keine passende Beichtgelegenheit findet? Soll man das Beichten dann lieber ganz lassen oder einem Priester bzw im Pfarrbüro hintertelefonieren? Und im Fall, dass am Wohnort nur ein Priester vorhanden ist, der mit einem nicht klar kommt, soll man sich dann innerlich panzern und bei dem sich anbietenden Priester irgendwie durchkommen oder ist das kontraproduktiv?(113)

Wenn man mindestens einmal im Monat beichtet, wird man dann in der Gemeinde und vom Priester als besonders schlimm angesehen oder eher als besonders fromm, oder vielleicht als skrupulant und unselbständig? Und falls es negativ wirken sollte, ist es dann legitim, um eine anonyme Beichte zu bitten statt von den Leuten vor der Messe immer gesehen werden zu müssen?(114)

Es ist nicht jedermanns Sache, seine Seele immer wieder im Hinblick auf Schuld zu röntgen. Was ist, wenn man den Priester um Hilfe für eine gute Beichte bittet, aber er verweigert das? Wieviel Verantwortung trägt der Priester dafür, dass ich gut beichte(n kann)?(115)

Bei der FSSPX habe ich es erlebt, dass der Priester mir monatelang die Absolution verweigert hat. Der Grund war, dass ich einige Glaubensaussagen im Katechismus nicht verstehen konnte und daher in der Beichte gesagt habe, dass ich das so nicht glauben kann. Es hat lange gedauert, bis ich einen geduldigen Priester gefunden hatte, der mir den Katechismus so erklären konnte, dass ich es verstehen konnte. Frage: Darf ein Priester - statt die Menschen und ihre Fragen zu verstehen und sich um eine heute verstehbare Erklärung der Glaubensinhalte zu bemühen - Menschen monatelang so vor den Kopf stoßen?(116)

Bei der FSSPX habe ich es erlebt, dass mich ein Priester im Rahmen eines Telefongesprächs exkommuniziert hat. Es ging lediglich darum, dass ich außer zur katholischen Kirche auch noch zu anderen Konfessionen hingehe. Die Exkommunikation ließ sich nicht aufheben, da ich mein Verhalten richtig fand und daher nicht bereuen konnte und ich also damit auch nicht zur Beichte hätte gehen können. Der Priester hat mir nicht verstehbar erklären können, warum es eine Sünde sein soll, praktische Ökumene zu leben. Ist es rechtmäßig, nur wegen eines Nebensatzes, den man am Telefon spricht, mal so schnell exkommuniziert zu werden? Einige Jahre später habe ich dann glücklicherweise einen besseren Priester getroffen, der die kirchlichen Ansichten so erklären kann, dass es nachvollziehbar ist.(117)

Bei der FSSPX hatte ich am Nachmittag vor der Messe ein (ich weiß nicht mehr ob Beicht- oder) Seelsorge-Gespräch. Der Priester hat mir einige Glaubensfragen nicht erklären können, so dass ich dann gesagt habe, dass ich das so nicht glauben kann. Am Abend in der Messe hat er mir vor versammelter Gemeinde die Kommunion verweigert. Darf ein Priester Menschen auf diese Weise bloßstellen?(118)

In einem Kloster der FSSPX habe ich einen Priester abends um die Beichte gebeten. Natürlich um eine "richtige" Beichte, wo man nicht einfach so in zwei Minuten abgefertigt wird, sondern wo sich im Gespräch Dinge klären können. Der Priester lehnte das ab, mit der Begründung, er wolle jetzt Nachrichten im Fernsehen schauen. Und ich solle am nächsten Morgen 5 Minuten vor der Messe kommen. Nehmen viele Priester das Anliegen einer "richtige" Beichte nicht ernst und wollen die Leute nur schnell loswerden?(119)

Ein Priester der FSSPX sagte in der Predigt, wo es um gute Vorsätze ging, sinngemäß: "Wenn Sie alle 2 Monate beichten, beichten Sie jetzt monatlich! Wenn Sie jeden Monat beichten, beichten Sie von nun an alle zwei Wochen! Wenn Sie schon alle zwei Wochen beichten, gehen Sie jede Woche zur Beichte!" Zu dem Priester bin ich dann einige Monate lang jede Woche gegangen, weil ich alles rechtmachen wollte. Außer dem Appell, möglich oft zu kommen, hat er mir aber nicht jede Woche inhaltlich mehr von meiner Sünde aufdecken oder einen praktischen Rat geben können. Warum fordert der Priester zwar eine häufige Beichte, aber macht die Beichte selber dann für die Beichtenden nicht wertvoll und hilfreich?(120)

Bei etlichen Priestern fange ich bei der Beichte anfangs sehr vorsichtig an und deute nur mit ein, zwei kurzen Sätzen ganz allgemein was an. Dann erwarte ich, dass sie genauer nachfragen und mir so die Erlaubnis geben, noch konkret was zu sagen. Oft ist es aber nicht so, dass sie weiter interessiert sind. Dann habe ich einen kurzen Satz gesagt, prompt kommt die Antwort: "Schließen wir alles ein" (was ich ja gerade erst mal aufschließen wollte ... ) und "beten Sie ...". - Nehmen solche Priester die Gläubigen eigentlich ernst?(121)

Einen Priester der FSSPX habe ich um ein Beichtgespräch gebeten. Nach dem Gespräch meinte der Priester, das sei kein Beicht-, sondern ein Seelsorgegespräch gewesen. Kann der Priester auf diese Weise das Beichtgeheimnis umgehen oder ist er, weil ich ja ein Beichtgespräch wollte, auf jeden Fall an das Beichtgeheimnis gebunden?(122)

Das Beichtgeheimnis gilt ja auch gegenüber dem Beichtenden selber. Und auch zwischen einer früheren und der späteren Beichte. Also, der Priester darf auch mich selber nicht auf meine früheren Beichten ansprechen, weder draußen noch bei folgenden Beichten. Bei mindestens zwei Priestern der FSSPX habe ich es leider erlebt, dass sie mir monatelang bereits gebeichtete Glaubenszweifel immer wieder hinterhertragen. Gilt das schon als Verletzung des Beichtgeheimnisses?(123)

Ich habe mich vielseitig mit ethischen Fragen auseinander gesetzt. Ich habe auch etliche Beichtspiegel mir angesehen. Und mir ist ebenfalls bekannt, was der KKK zu saemtlichen 10 Geboten sagt. Trotzdem fuehle ich mich jedes Mal ueberfordert, wenn ich die Gewissenserforschung machen soll, wie ich mich denn nun selber einschaetzen soll. Da ich von aussen gesehen ein braver Buerger bzw brave Christin bin, sind die verkehrten Einstellungen oder die Wurzelsuende recht verborgen und ich weiss selten, ob ich eher zur einen oder zur anderen Seite von der guten Mitte abweiche. Wenn mir ein Priester im Gespraech bei einzelnen Punkten hilft, geht es, dass ich das Gefuehl habe, echt beichten zu koennen. Wenn sich ein Priester aber nicht die Zeit dafuer nimmt, war die Beichte bisher wie vergeblich. Gibt es da Tricks, wie man ohne die Muehe des Priesters die zentralen Punkte bei sich selber finden kann?(124)

Soll man jeden Abend eine Gewissenserforschung machen, damit man bis zur naechsten Beichte in Uebung ist und auch schon mal ein paar Punkte findet?(125)

Ich habe mal den Tipp bekommen, dass man sich von den vorgegebenen Beichtspiegeln loesen und sich seinen eigenen Beichtspiegel schreiben soll mit denjenigen Problembereichen, wo man immer wieder aus dem Gleichgewicht kommt. Auf diese Weise kam dann beim Bekenntnis meist wieder was aehnliches raus. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob die Dinge, die ich nach so langer Zeit immer noch nicht aendern konnte, tatsaechlich Suende sind. Gibt es da Kriterien, wie ich Suende und Schwaechen besser unterscheiden kann?(126)

Manche Sachen, die im Beichtspiegel stehen, finde ich gar nicht schlimm. Ich kann sie von daher gar nicht bereuen. Soll ich sie dann weglassen oder trotzdem sagen?(127)

Wenn ich in einem Staat lebe, wo die Gesetze etwas anderes von mir verlangen als die 10 Gebote, muss ich den Gehorsam gegenueber dem Staat und gegenueber einem Arbeitgeber immer wieder als Suende beichten? Ich meine zB wenn ich sonntags ohne Not arbeiten muss oder ohne Not waehrend der Gottesdienstzeit arbeiten soll. Oder waere es meine Pflicht, konsequenter fuer den Sonntagsschutz einzutreten?(128)

Bin auf der Suche nach guten Beichthilfen gerade auf diese Seite gestoßen. Keine Ahnung, ob noch jemand anderes die gleiche Schwierigkeit wie ich mit der Beichte hat. Mein zentrales Beichtproblem ist meistens die Unterscheidung zwischen Schuld und Leiden. Habe inzwischen halbwegs kapiert, warum die Unterscheidung so problematisch ist. (Und wer mein Alter sieht, merkt, dass es ein halbes Leben lang gedauert hat.) Um es kurz zu machen: Wenn jemand mit mir als Kind ärgerlich oder ungeduldig war, habe ich darunter gelitten. Aber da die Erwachsenen "immer recht" hatten, habe ich die Schuld automatisch bei mir gesehen und mich für unannehmbar gehalten. Da ich deren Ungeduld nicht benennen und als Schwäche erkennen konnte, fühlte ich mich für deren Gefühle verantwortlich. Die Folge: Immer wenn ich unter anderen Menschen leide bzw deren schlechte Stimmung wahrnehme, halte ich mich selber für die Ursache dessen. Vor einiger Zeit hat mir ein Priester "Ungeduld" als Wurzelsünde attestiert. Nachdem ich länger darüber nachgedacht habe, ist mir langsam klarer geworden, warum ich Leiden und Schuld so schwer auseinanderhalten kann. Deshalb ist jede Vorbereitung auf die Beichte wieder ein Krampf, weil mir dann all die Begegnungen einfallen, wo ich ungute Gefühle spüre. Da ich aber für die Gefühle anderer gar nichts kann und es wohl immer so bleiben wird, dass Menschen mal schlecht gelaunt sind, habe ich seit Jahren das Gefühl, ich würde mich nicht bessern. Meine Frage hier: Kennt das Problem noch jemand anderes?(129)

Gruezi wohl aus dem Kanton Schwyz, Gibt es bei der Beichte ein bestimmtes Zeitkontingent? (130)

Im Unterricht hießen die drei "W": wissen - wollen - wichtig. Dann ist es eine Todsünde. So weit alles klar. Zum Wollen gehört auch noch die Freiheit. Und da ist der Knackpunkt. Heißt jetzt "Wollen", dass man eine grundsätzliche Entscheidung gegen eine bestimmte Sünde trifft, oder ist es auch mein "Wollen", wenn ich in einer konkreten Situation schwach werde? Und wenn ich mir genau dies kurz vor oder in einer Situation bewusstmache und doch nicht widerstehe, habe ich dann absichtlich eine Todsünde begangen? Und ist das dann später echte Reue, mit der ich zur Beichte gehen kann, wenn ich in der Situation schwach geworden bin?(131)

Ein paar Mal ist es mir passiert, dass ich mich gleich nach der Beichte über den Priester geärgert habe, weil ich mich nicht ernstgenommen gefühlt habe. In dem Fall konnte ich schlecht gleich noch mal beichten und sagen, dass ich schon wieder gehasst habe. Deshalb gehe ich oft mit einem schlechten Gefühl zur Kommunion. Ist es verkehrt, auf den Priester Rücksicht zu nehmen und nicht durch häufige Beichten aufzufallen oder ist es schlimmer, was ich mache, indem ich mit schlechtem Gefühl das Sakrament empfange? Also, ich denke meist, dass ich auf die Menschen Rücksicht nehme, und dass Gott schon mit meinem Verhalten klarkommt. Aber vielleicht ist es ja gerade falsch ...(132)

Einige Punkte im Beichtkatalog finde ich persönlich gar nicht so schlimm und kann sie deswegen gar nicht bereuen. Muss ich die trotzdem in der Beichte erwähnen und wäre die Beichte sonst ungültig? oder wäre es unehrlich, Dinge aufzuzählen, wo mir die Reue fehlt?(133)

Ist es ehrlich, Sachen zu beichten, wo ich genau weiß, dass ich dasselbe wieder tun werde? ZB wenn ich beichte, dass ich Hass gegen Gott habe, weil ich nicht leben will und Er mich geschaffen hat, weiß ich aus Erfahrung, dass genau diese Gedanken am Abend wieder auftreten werden. Und wenn ich beichte, dass ich mit meinen Leben Schluss machen will, weiß ich ebenso, dass diese Gedanken nach der Beichte, wenn der Priester mich mit zwei, drei frömmelnden nichtssagenden Sätzen abspeist (statt mir zu helfen), sich ja erst recht wieder aufdrängen. (134)

Bei manchen Beichtfragen im Gotteslob kann ich mich selber nicht objektiv einschätzen. ZB so Fragen danach, ob ich mich genug bemühe, ob ich genug verzichte, ob ich genug Leid ertrage, ob ich genug für andere tue, ob ich auf Gott höre, ... Ein paar Mal habe ich schon den Priester gefragt, ob er mir da bei der Beurteilung nicht behilflich sein könnte. Er war nicht daran interessiert. Wie soll ich sinnvoll beichten, wenn es keine Maßstäbe gibt, wann ich gut genug oder zu schlecht bin?(135)

Bei der Beichte hatte ich oft die Frage, wie ich zwischen Sünde und psychischen Problemen unterscheiden kann. Bei dem meisten, was ich beichte, bekomme ich von Priestern zu hören, das wäre keine Sünde. Wie will man aber unterscheiden zwischen der Sünde, dass man zB zu wenig Gottvertrauen hat, und einer Angststörung, wo man sich ja zB auch permanent Sorgen macht, was alles passieren könnte?(136)

Dieses Jahr hatte meine Nichte Erstbeichte vor der Erstkommunion. Sie ist 8 Jahre alt. Kann ein Kind in dem Alter schon ernsthaft sündigen? Meiner Meinung nach sind Kinder Lernende, und das, was ein Kind Ungutes tut, ist doch meist eher ein Symptom pädagogisch unfähiger Erwachsener. Ist es sinnvoll, ein Sakrament nach theologischen Erwägungen zu spenden ("die Beichte muss unbedingt vor der Kommunion sein") oder wird man einem Kind mehr gerecht, wenn man von der Entwicklungspsychologie her schaut, wann ein Kind zu eigenständigen Reflexionen in der Lage ist? Aber vielleicht ist die Erstbeichte ja auch nur dafür gedacht, dass das Kind die Beichte kennenlernt und für später dann schon mal einen Einstieg hat, wenn es aus eigenen Antrieb beichten will. Wie sehen Sie das? P.S. Steht im Hintergrund von lingualpfeife.de eigentlich auch ein Team von Priestern, die Auskunft geben? Bei vielen Fragen hier (habe mir nicht alle durchgelesen) scheint ja ernstzunehmender Bedarf an Seelsorge notwendig zu sein.(137)

Früher sagte man ja, es gibt 7 Todsünden. Heute verwendet man dafür Begriffe wie "geistliche Schwächen" oder "Hauptsünden, Wurzelsünden". Meine Frage: Jeder ist ja von seinem Temperament her etwas unausgeglichen - Choleriker brausen schnell auf, Phlegmatiker zögern lange, Sanguiniker teilen eher zu viel mit, Melancholiker schweigen oft mehr als gut ist, um mal ein paar Beispiele zu nennen. Soll man solche Charakterschwächen, an denen man ja wohl ein Leben lang arbeiten wird, in der Beichte als Sünden aufzählen oder fallen solche Unvollkommenheiten nicht unter den Bereich "Sünde"?(138)

Kann man zur Beichte gehen und sich vergeben lassen, wenn man selber jemandem (noch) nicht vergeben hat? Es heißt ja im Vater Unser, dass man zuerst selber vergeben soll. Und falls man noch nicht vergeben hat bzw noch nicht vergeben kann, ist dann nur verlangt, dass man vom Willen her vergeben will, oder muss man auch gefühlsmäßig dem anderen gegenüber entspannt und liebevoll sein?(139)

Gleich noch ne zweite Frage: Wenn ich meine Fehler eingesehen habe und alles beichte, aber derjenige, der unter mir gelitten hat, vergibt mir nicht, hat mir Gott dann trotzdem vergeben oder hängt menschliches und göttliches Vergeben zusammen?(140)

Sorry, muss noch ne Frage loswerden: Man bittet den Priester um die Beichte, aber eigentlich leidet man viel mehr unter einer Situation als dass man Schuldgefühle hat. Um ein normales Gespräch kann man aber nicht so gut bitten, und dann hätte der Priester auch nicht so schnell Zeit. Also will man unbedingt beichten, weil das sofort geht und einfacher ist. Ist das schon ein Missbrauch der Beichte, wenn man viel mehr über eigenes Leiden als über Schuld spricht?(141)

Eigentlich will ich schon regelmäßig zum Beichten gehen. Aber eine Unklarheit habe ich oft. Und da mir unser Priester darauf nicht ausreichend antworten konnte, stelle ich die Frage hier: Es gibt ja auch Unterlassungssünden. Und ich weiß nie wirklich, wieviel man sich für was einsetzen soll. Wieviel Stunden arbeiten, wieviel lernen, wieviel sich ehrenamtlich engagieren, wieviel sich in den Medien informieren, wieviel für die Familie dasein man sollte ... und wieviel Freizeit man dann noch für sich selber haben darf. Wann gilt man als faul, und wann hat man sein persönliches Limit erreicht? Wieviel darf man für sein eigenes seelisches Gleichgewicht sorgen? Vielleicht wissen Sie ja auf diese Fragen eine halbwegs brauchbare Antwort. Danke im Voraus.(142)

Ein Grund, warum ich oft nicht zur Beichte gehe (obwohl ich will), ist, dass die Privatsphäre nicht wirklich geschützt ist. Man hört vieles durch die Türen durch: Worte, Aggressionen, Weinen. Mich haben Priester immer wieder gemahnt, dass ich leiser sprechen soll. Wäre auch normal kein Problem, aber bei der Beichte stört es. Bei der Beichte soll doch all das Belastende aus mir raus. Und ich muss dabei oft lauter werden. Die Selbstanklage meine ich oft in einem vorwurfsvollen Ton sagen zu müssen, in etwa so wie ich damals als Kind von den Eltern vernichtend verurteilt wurde, wenn sie ungeduldig mit mir waren oder ihnen etwas nicht gepasst hat. Wenn der Priester dann will, dass ich nur flüstere, fühlt es sich an, wie wenn man einen halb geöffneten Dampfdrucktopf wieder zu schließen versucht. Flüstern geht in der Beichte gar nicht, es wirkt außerdem so, als würde man Heimlichkeiten haben. Frage also: Warum sind Beichtstühle nicht genauso gut isoliert mit Doppeltüren, wie man es von anderen Berufsgruppen, wo private Gespräche geführt werden, auch kennt? (143)

Es gibt zwar inzwischen auch Beichtzimmer, aber das fühlt sich dann meistens nicht mehr richtig wie Beichte an. Von Anfang an fand ich das Gitter störend. Ich will doch vom Priester gesehen werden in meinem Inneren, und als Person. Es kommt mir so unwahrhaftig vor, sich hinter einem Gitter zu verstecken. Gleichzeitig soll ich mein Innerstes zeigen, mich aber doch verbergen. Das fühlt sich nicht stimmig an. Und anonym ist es ja doch nicht: Der Priester sieht mich vor dem Beichtstuhl, und durch manche Gitter erkennt man die Person. Welchen Sinn haben also die Gitter, wer wird vor wem geschützt - ich vor dem Priester oder der Priester vor mir?(144)

Gibt es eine Orientierung, welche Dinge in die Beichte gehören und welche zum Psychologen? Wenn man selber jetzt nie so das Problemkind war und sich daher für jede Beichte irgendwas aus den Fingern saugen muss, was auch noch einigermaßen als wichtig gelten kann, und dann heißt es: Gehen Sie damit zum Psychologen! kommt irgendwann die Frage, was denn Normalsterbliche beichten sollen, wo ein Psychologe nichts mit zu tun hat.(145)

Als Jugendliche (damals noch evangelisch) bin ich einmal im Monat zu unserem Pastor zum Seelsorgegespräch gegangen. Er erwähnte einige Male, dass auch in der ev. Kirche die Beichte möglich sei. Praktisch gab es aber keinen bestimmten Ort für die Beichte, keine festen Zeiten, keinen Ritus, niemanden anderen, von dem ich gewusst hätte, dass er das schon mal gemacht hat; und die Vorstellung, mich vor dem Pastor hinzuknien und dass das für ihn dann auch selten und seltsam wäre, nahm mir allen Mut, jemals beichten zu wollen. Hinzu kam, dass ich so erzogen worden bin, dass Fehler zu machen ein absolutes Tabu ist, und da hätte ich niemals auch nur das Geringste zugeben können. Später, als ich die katholische Kirche kennenlernte, begann ich mich nach der Beichte zu sehnen. Und noch vor meiner offiziellen Konversion bin ich regelmäßig samstags zur Beichte gegangen. Anfangs habe ich mich total geschämt, auch nur den geringsten Fehler zuzugeben. Dann aber wurde die Beichte neben der Messe für mich einer der Hauptgründe, katholisch werden zu wollen. Schade, dass Evangelische es so schwer mit der Beichte haben, weil es keine vorgegebene Form gibt. Warum schätzen Katholiken im Allgemeinen die Beichte heute so wenig und tendieren dahin, die Beichte wie die Evangelischen quasi abzuschaffen?(147)

Ich habe gelesen, dass es Sünden gibt, die Exkommunikation nach sich ziehen und das diese Sünden nur nach Absprache mit dem Vatikan vergeben werden könnten. Welche sind das? Könnte so dann auch das Brechen des Beichtgeheimnisses vergeben werden? (148)

Vor Einführung der Ohrenbeichte war ja die Taufe der einzige Weg, Sünden vergeben zu bekommen. Werden durch die Taufe immer noch alle Sünden bis zu dem Zeitpunkt vergeben. Wenn ich mich erst als Erwachsene/r* taufen lassen würde, hätte das ja eine erhebliche Relevanz für die Personen. Falls Taufe und Erstkommunion zeitlich sehr eng aufeinander stattfinden, was beichtet man denn dann bei der verpflichtenden Beichte vor der Erstkommunion? (149)



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