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Lingualpfeife

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Hätte mir jemand letztes Jahr gesagt, wo ich bin, ich hätte ihn für verrückt erklärt

Philipp (Toasty) ÜBER DAS #LINGUSPECIALMEET AM 04./05.10.2019 IN WÜRZBURG

Philipp (Toasty) an der Orgel von St. Laurentius Würzburg Heidingsfeld


Meine ersten Kontakte zu Lingualpfeife begannen bereits vor einigen Jahren. Ganz sicher bin ich mir nicht mehr, es müsste aber irgendwann 2015/16 gewesen sein. Damals hatte ich zwar bereits Interesse am Thema Orgel und Kirchenmusik, so richtig damit was anzufangen wusste ich aber noch nicht, da ich bis hierhin die Orgel nur vom Anschauen kannte. Im Sommer 2017 lernte ich dann meinen Orgellehrer kennen und hatte direkt die Möglichkeit, das Instrument zu lernen. Jetzt wusste ich auch, weshalb es gut war, dass ich mir all diese Videos anschaute.

Es verging einige Zeit, es wurde Januar 2019 und inzwischen habe ich viele Gespräche in all den diversen Lingu-WhatsApp-Gruppen geführt und bekam eine persönliche Einladung zu „#Lingu30“ nach Wiggensbach im Allgäu, mit der ich so gar nicht rechnete. Leider musste ich diese aus terminlichen Gründen absagen, was für mich die schwerste Entscheidung seit Beitritt der Gruppen im Frühjahr 2018 war. Ich hatte mir aber fest vorgenommen, beim nächsten Treffen dabei zu sein.

Als dann die ersten Einladungen für das #LinguSpecialMeet im Oktober 2019 in Würzburg die Runde machten und ich zusagte, bekam ich auch sofort etwas Verantwortung übertragen. Ich sollte das Frühstück für Samstag und Sonntag organisieren. (So wurde ich wenigstens meinem Spitznamen „Toasty“ gerecht ;-) ) Das war jedoch leichter gesagt als getan! Es fing schon damit an, zu klären, was die Leute unter einem „Brötchen“ verstehen. Kein Witz! Es war eine große Herausforderung, das zwischen Norddeutschen, Berlinern, Bayern, Österreichern, Schweizern und vielen mehr zu klären… Zum Schluss halfen nur noch Bilder, um festzustellen, dass wir unter gefühlt 10 Begriffen doch alles dasselbe verstanden. Nachdem wir das also geklärt hatten und ich die Bestellung abschickte, hieß es, warten bis zum 3.10.

Da bekam ich einen Anruf aus Würzburg. „Deine Mail mit der Brötchenbestellung wurde für einen Scherz gehalten und Ludwig musste persönlich beim Bäcker bestätigen, dass es keiner ist“. (Anmerkung: Dass jemand aus einem anderen Bundesland per Mail eine hohe Zahl an Brötchen für eine Veranstaltung in der Pfarrei bestellt, ist nicht wirklich alltäglich…)

Ich dachte mir: Bitte nicht! Das kann doch jetzt alles nicht wahr sein. Dies war mir logischerweise direkt etwas peinlich... Als ich dann jedoch in WÜ-Heidingsfeld das erste Mal auf den Innenhof der Kirche St. Laurentius fuhr, dachte ich: Du bist im Film! Das kann nicht wahr sein! Hätte mir jemand vor einem Jahr gesagt, wo ich jetzt stehen werde, ich hätte ihn für verrückt erklärt.



Ich betrat das Gemeindehaus und wurde direkt von den bereits Anwesenden begrüßt. Ich war zuerst etwas schüchtern und zurückhaltend, da ich nicht wusste, was ich jetzt hier am besten tun bzw. sagen sollte. Schließlich kannte ich alle Anwesenden nur über das Internet. Jedoch spürte ich direkt die Nähe und das gegenseitige Vertrauen untereinander. Meine Erste „Amtshandlung“ bestand darin, mit Max („der Musiker“), welcher ebenfalls einen Youtube-Kanal besitzt und Hendrik, ebenfalls Organist in St. Laurentius, nach einigen Defekten an der Orgel in St. Laurentius zu schauen. Ich dachte: Bitte was soll ich? Wir haben uns vor 15 Minuten das erste Mal persönlich gesehen und schon soll ich mitgehen und eine fremde Orgel reparieren helfen? Was für ein Vertrauen! Ich fand keine Worte, sagte aber direkt ja. Denn damit hatte ich nun gar nicht gerechnet.

Ich kam in die Kirche, schaute mich um, sah die Orgel und dachte mir: Das kann alles nicht wahr sein, dass ich hier einmal stehe, hab ich mir nie auch nur träumen lassen. Es war überwältigend. Nach diesem Auftrag trafen wir uns alle mit Erzpriester Martinos in der Krypta von St. Laurentius zum orthodoxen Abendgebet. Für mich als evangelischer Christ völliges Neuland und zudem etwas befremdlich. Doch spürte ich hier schon die starke Gemeinschaft bei uns in der Gruppe.

Den Abend ließen wir dann nach einem Livestream bei Flammkuchen und optionalem Federweißer (wovon ich keinen Gebrauch machte) entspannt ausklingen. Was für eine strake Gemeinschaft!

Der Folgende Tag begann direkt zusammen mit einem gemeinsamen Frühstück in kleiner Runde im Gemeindehaus von St. Laurentius und den heiß ersehnten Brötchen. Nachdem der Rest der Teilnehmer an Vormittag eintraf, ging es nach dem Morgenlob nebenan in der Kirche auch schon in die verschiedenen Workshops. Ich beschränkte mich auf die beiden Workshops „Orgel“ und „Medienarbeit“. Als ich an diesem Morgen das erste Mal die Orgel in St. Laurentius spielte, dachte ich: „Ist das jetzt wirklich wahr?“ Denn damit, dass ich hier mal spielen dürfte, hätte ich im Leben nicht gerechnet. Gut, ich hab mich am Anfang etwas schwer getan, was auch an der Aufregung lag, am Ende war ich aber verdammt stolz, hier mal gespielt zu haben.

Nach dem Mittagessen und anschließendem Mittagsgebet in der Kirche ging es bei dem Medienworkshop darum, wie man seine Gemeinde am besten online repräsentiert. Ich habe dort viel gelernt und werde dies auch versuchen, sofern möglich, umzusetzen. Am Nachmittag ging es dann zur Hl. Familie, um dort zusammen mit Weihbischof Christian Würtz die Vorabendmesse zu begehen, welcher extra aus Freiburg anreiste. Diese wurde in großem Maße von uns als Community mitgestaltet. So haben wir beispielsweise einen Chor aus Mitgliedern der Community gehabt, acht Organisten an der Orgel und über 15 Ministranten. Da dies nach sieben Jahren mein erster katholischer Gottesdienst war, war dies schon etwas ungewöhnlich für mich. Es war aber sehr spannend und auch mal schön, eine andere Art des Gottesdienstes zu erleben. Nur an die Unmengen von Weihrauch hab ich mich bis jetzt noch nicht gewöhnt ;-).

Am Ende des Gottesdienstes sprach Weihbischof Würtz für uns alle überraschend eine Einladung nach Freiburg aus, um dort auch mal ein #LinguSpecialMeet abzuhalten. Das anschließende Segenslied „Wer glaubt ist nie allein“ hätte treffender nicht sein können und war einfach passend für uns als Community.

Zurück im Gemeindehaus von St. Laurentius gab es zum Abendessen ein reichhaltiges Buffet. Absoluten Respekt für das, was uns dort aufgetischt wurde! So ging auch dieser Tag nach der anschließenden Komplet in der Kirche bei einer tollen Atmosphäre in offener Runde zu Ende. Trotz, oder gerade weil der Tag so voll gepackt war, jedoch viel zu schnell!

Am Sonntag bekam ich dann mit ein paar anderen Teilnehmern noch die Möglichkeit, während eines Gottesdienstes die Orgel im Würzburger Dom bei Prof. Stefan Schmidt zu besuchen. Dass ich da mal hinkomme, hätte ich so nie gedacht. So viele Eindrücke an einem Wochenende… Krass! Damit hätte ich nie gerechnet.

Abschließend kann man sagen, dass das #LinguSpecialMeet meine Erwartungen um Welten übertroffen hat. Vor allem die Gemeinschaft von Menschen, die sich bis dahin größtenteils nur über das Internet kannten ,war faszinierend. Dieses Wochenende werde ich noch lange in freudiger Erinnerung halten. Danke an Ludwig als Gastgeber und alle anderen Organisatoren.

Bis Bald in Freiburg
Philipp a.k.a Toasty




Veröffentlicht: 25.11.2019

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