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Lingualpfeife

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Mit Skepsis angereist - mit Glaubenseuphorie heimgefahren

Diakon Christoph Gahlau ÜBER DAS #LINGUSPECIALMEET AM 04./05.10.2019 IN WÜRZBURG

Diakon Christoph Gahlau beim Einzug des Pontifikalamts mit Weihbischof Christian Würtz


Ganz ehrlich: ich bin mit höchst gemischten Gefühlen nach Würzburg-Heidingsfeld gefahren. Ludwig, den ich aus der beschaulichen Bamberger Umgebung kenne, hatte mich schon nach Wiggensbach eingeladen. Doch der Terminkalender war da leider schon voll. Der 5. Oktober für das nächste Treffen war mir bald bekannt - und auch im Terminkalender schon mal eingetragen. Aber auch mit dem Hintergedanken, wenn wirklich etwas Wichtiges rein kommt, dann kann ich das Treffen immer noch absagen.
Der Heilige Geist war hier wohl am Werk. Das Wochenende war frei von familiären, dienstlichen (beim Heinrichsblatt) und diakonischen Terminen in der Pfarrei. Aber das komische Gefühl, auf welche Hardcore-Katholiken und Weihrauch-Junkies ich wohl treffen, das hatte ich beim Einsteigen ins Auto immer noch.

Ich bin durchaus ein offener Mensch, aber bevor ich aber auf andere Menschen losstürme, warte ich lieber mal ein bisschen ab und sondiere die Lage. So habe ich mich auch zunächst in Heidingsfeld verhalten. Doch spätestens als Ludwig festgestellt hatte, dass für den Berufungs-Talk kein Moderator eingeplant ist, sah ich mich in der Pflicht. Natürlich wäre eine halbe Stunde Vorbereitungszeit besser gewesen als zwei Minuten. Aber nach dieser Runde, war für mich das Eis gebrochen.



Es war ein sehr vielschichtiger Tag für mich und ein Tag mit vielen religiösen Impulsen. Mit schon fast einem klösterlichen Stundengebet mit Laudes, die außergewöhnliche Mittagshore mit Verlobungsfeier und Krankensalbung, Vesper, festlicher Vorabendgottesdienst und einer für mich sehr inspirierenden Komplet, der ich vorstehen durfte. Dazwischen viel gute Kirchenmusik und ordentlich Orgel tutti, ein Weihrauchgebrauch, der (fast) süchtig machte und wirklich gute Gespräche.



Es könnte eine Vorahnung gewesen sein, dass ich mal Isomatte und Schlafsack eingepackt hatte, auch wenn weder meine Frau noch ich glaubten, dass diese zum Einsatz kommen würden. Aber schon vor der Vesper hatte ich mich zum Bleiben entschieden, weil Abendessen und das bekanntlich gemeinsame (fränkische) Bier oft die Grundlage sind für eine gute Stimmung und persönliche Gespräche. Meine Erfahrung sollte Recht behalten.
Normalerweise bin ich, was meinen Lebensrhythmus angeht, eher eine Lerche und weniger eine Eule. So verschlafe ich an den allermeisten Tagen das Mitternachtsläuten. Doch das Gefühl der Gemeinschaft war stärker an diesem Abend als die Müdigkeit. Und ich hätte auch vorher nicht gedacht, weit nach Mitternacht noch die Theodizee-Frage zu diskutieren.

Nach ein paar Stunden Schlaf auf hartem Boden (als nicht mehr ganz junger Mensch spürt man dann am nächsten Tag die Knochen) bin ich dann am nächsten Morgen nach Bamberg zurückgekehrt. In Heidingsfeld habe ich all meine Skepsis gelassen, die ich am Tag zuvor in Bamberg eingepackt hatte. Dafür hatte ich in meinem Auto eine große Portion Glaubenseuphorie geladen, verbunden mit dem Wissen, dass es nicht nur eine Kirche der Alten, sondern eben auch eine lebendige junge Kirche gibt.

Klar, bei manchem Gespräch, war man sicherlich nicht immer einer Meinung. Aber ich habe erlebt, dass der geschwisterliche Austausch möglich war und die Meinung des Anderen auch gehört und respektiert worden ist. Und ein Weihrauch-Junkie bin ich eigentlich ohnehin schon seit meiner Ministrantenzeit. Von daher hatten sich meine Erwartungen voll erfüllt.




Veröffentlicht: 25.11.2019

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